EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Bönninghardt von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Ende 1871 begann die Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) mit den Bauarbeiten der Strecke von Haltern am See über die Rheinbrücke bei Wesel (erbaut 1872) und weiter nach Venlo (Niederlande). Am 31. Dezember 1874 ging die 48,74 Kilometer lange Teilstrecke von Wesel über Bönninghardt nach Venlo und damit die Gesamtstrecke in Betrieb. Die Betriebsstelle Bönninghardt Schon 1827/28 gab es in Bönninghardt einen Exerzier- und Pferdesportplatz des preußischen 17. Kavallerie-Landwehr-Regiments. Das trug sicher zur Entscheidung der CME bei, eine Betriebsstelle in der dörflich geprägten Ansiedlung einzurichten. Zunächst wurde eine, wie bei der CME üblich, provisorische Holzhütte errichtet und ein ausrangierter Güterwagen aufgestellt. Am 1. Juli 1885 ging die Haltestelle in Betrieb.

Das Empfangsgebäude Bönninghardt

Das einstöckige, traufenständige Backsteingebäude mit Krüppelwalmdach und Fledermausgauben im Heimatstil errichtet, hatte Segmentbogenfenster und Türen. In der Mitte des Gebäudes gab es einen Giebelrisalit mit Walmdach an der Ortsseite. Der Giebelrisalit an der Gleisseite besaß einen zusätzlichen großen Dachgiebel mit drei gekuppelten größeren Segmentbogenfenstern. An dessen Seiten je eine Tür als Zugang zum Hausbahnsteig dienten. Ein Güterschuppenanbau mit auskragendem Satteldach und Seitenrampe vervollständigte das Gebäude, das um 1900 feierlich eröffnet wurde. Im Gebäude gab es einen Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie ein Stellwerksraum und weitere Diensträume für die neun Bahnbediensteten. Die Gleisanlage bestand aus den Hauptgleisen mit zwei Umfahrgleisen und nördlich ein Ladegleis zum Güterschuppen und Laderampe. Es gab einen angeschütteten Mittelbahnsteig. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse IV. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1895 wurde eine Güterverladung mit Verladerampe und Stumpfgleis eingerichtet. Um 1919 wurde das zweite Streckengleis zurückgebaut. Am 29. Mai 1960 wurde der Personenverkehr von der Deutschen Bundesbahn (DB) eingestellt. Am 28. März 1967 stellte die DB den Güterverkehr ein und legte den Bahnhof still. Das Stationsgebäude wurde danach verkauft und vom Käufer saniert. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz und wird als Wohnhaus genutzt. Es ist in einem sehr guten Zustand.
Bahnhof um 1940
Luftaufnahme
Bilder Bönninghardt
Bahnhof um 1940 Planung und Konzession Haltern - Venlo Haltern am See Geldern

Bahnstation Bönninghardt